Wallendorf an der Eisenbahn

Unsere Erdheilungsplätze sind nicht von Anfang an schöne, verwilderte Orte, die die Natur für sich zurückerobern konnte. Viele sind, wenn wir sie übernehmen das genau Gegenteil. So ist es auch hier. Das Flurstück ist verkommen. Die Bilder zeigen das Elend der Erde. Ein Zaun auf der einen Seite und ein Acker auf der anderen. Der Zaun grenzt den Platz von Baracken ab, die ehemals ein Arbeitslager waren. Dieses Lager hat viel Leid gesehen und die Erde hat mitgelitten.

Die Fläche ist eine verwilderte Brache, die an ein Grundstück mit einer Baustelle angrenzt. Wer hier wohl baut mit Blick auf das ehemalige Arbeitslager? Wer immer es auch ist, er hat hier abgehackte Sträucher und Bäume entsorgt. Schwer vorstellbar, dass aus dieser Fläche einmal ein Erdheilungsplatz werden soll. Aber genau das wollen wir erreichen und auch wenn es noch ein weiter Weg ist, die Mühe lohnt sich. Ein Walnussbaum ist auf dieser Fläche bereits zu finden und hat uns gezeigt, in welche Richtung sich dieser Ort entwickeln kann. Wir wollen eine Streuobstwiese anlegen und darunter eine Wiese wachsen lassen. Dafür haben wir bereits mit dem NABU alte Obstsorten organisiert, die hier ihren Platz finden werden. Aktuell versuchen wir, das Grundstück mit Wasser zu versorgen, sodass die Natur hier ohne unsere Hilfe gedeihen kann.

Es macht Mut, hier etwas zu verändern und der Natur ein solches Grundstück zurückzugeben. Die Käfer warten. Je schlechter ein Gelände ist, desto größer ist der Sprung zu einem Erdheilungsplatz.